Breuer - der Christ

„Geht und verkündet das Evangelium, wenn nötig mit Worten“

Dieses Wort, dem heiligen Franziskus zugeschrieben, passt zum Christen Johann Gregor Breuer. Über den historischen Abstand hinweg begegnen wir in ihm einem glaubwürdigen Menschen, der durch sein Lebenswerk und seine Persönlichkeit wirkt.

Seiner Zeit voraus lebte und realisierte Breuer in verblüffender Weise, was gut 100 Jahre später das Zweite Vatikanische Konzil über das gemeinsame Priestertum aller Getauften und die Sendung der Christen in der Welt verkündete. Gewaltig waren im 19. Jahrhundert die Umbrüche: Umbrüche in der Kirche in Folge der Säkularisation; Umbrüche in der Gesellschaft durch die sozialen Umwälzungen der modernen Industrialisierung. Dies war in Elberfeld wie in Barmen besonders greifbar. Die Zeichen standen für die katholische Pfarrgemeinde auf Wiederaufbau, Erneuerung und Wachstum. Vereine wurden zu neuen Sozialformen innerhalb der großen Pfarrgemeinde. Selbstbewusst verstand sich Breuer bei aller Achtung vor dem geistlichen Amt in der Kirche selbst als unmittelbar berufen, an „Gottes Vorsehung“ mitzuwirken. Dies vor allem als Lehrer in der Förderung und Bildung junger Menschen und im sozialen und kirchlichen Leben. „Kannst du was Gutes tun, so unterlaß es nicht; Soviel du nur vermagst, so viel ist deine Pflicht!“ Konsequent wirkte Breuer für das Gemeinwohl bis hin zum Bau neuer Kirchen, die das Stadtbild Elberfelds heute prägen.

Eine christliche Persönlichkeit

In Kindheit und Jugend bildete sich seine feste und gesunde Glaubenshaltung, die ihn sein ganzes Leben trug. Zum Profil des Christen Breuer gehören ein persönliches Gebetsleben, eine Liebe zum Gottesdienst - die sich nicht zuletzt in der Gesangspflege für den Gottesdienst niederschlug - und praktizierte Nächstenliebe. Ein „besonderer Hunger nach Gut und Geld“ und das Streben nach Prestige blieben ihm fremd. Wahrheitsliebe und Gerechtigkeitssinn machte ihn empfindsam und motivierte ihn als Pädagogen sowie sozial aktiven Menschen. Die Auseinandersetzung um die Anerkennung seines Verdienstes bei der Gründung des katholischen Gesellenvereins bzw. die Nichtbeachtung durch Kolping und Andere stellten ihn daher auf eine schmerzliche Probe und zeigten den verletzlichen Menschen.

Aktuell

Heute brauchen wir solche im Glauben fest verwurzelten und zugleich im Sozialen engagierte Christen wie Breuer. Breuer hatte die Berufung und Eignung zum geweihten Priestertum. Bedeutender ist, dass er als aktiver Christ, als Laie, das gemeinsame Priestertum aller Getaufter so fruchtbar lebte. Das bleibt aktuell: Zeitgenossenschaft aus dem Evangelium, Mitwirkung an der Erneuerung des kirchlichen Lebens, selbstbewusst und dankbar im Glauben, mit Herz und Verstand den Nöten der Menschen zugewandt.