Breuer - der Pädagoge

Nicht die Herkunft bestimmt über den Bildungsprozess, sondern jeder junge Mensch – unabhängig von Geburt, Geschlecht und Stand – soll seinen Fähigkeiten entsprechend Zugang zur Bildung haben. Breuer sieht die Gesellschaft – Staat, Gemeinde und Kirche – in der Verantwortung: Bildung endet nicht mit dem Abschluss der Elementar- und Volksschule. Die junge Generation bedarf weiterhin der pädagogischen Begleitung und Unterstützung, um sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.

Ein Pädagoge

Breuer war mit Herz und Verstand Pädagoge: In der persönlichen Begegnung mit den Schülerinnen und Schülern wollte er diese für das Leben »bilden«. Seine Lehrtätigkeit sah er als Berufung an: Als Halbwaise lebte er im Haushalt seines älteren Bruders Joseph, einem Dorfschullehrer, half bereits als zwölfjähriger im Schulhaus aus, vertrat seinen Bruder im Lese- und Schreibunterricht. Seinen Berufswunsch verfolgte er mit Leidenschaft und Zielstrebigkeit. So trat er am 8. Oktober 1838 seine erste Lehramtstätigkeit an der katholischen Mädchenschule in der Grünstraße in Elberfeld an.

Ein Pragmatiker

Im August 1846 gründete Breuer den ersten katholischen Gesellenverein. Zu mangelhaft war ihm die Schul- und Lebensbildung der jungen Handwerker. Männern aus einfachen Verhältnissen wollte er Orientierung und Halt geben sowie diese in Vorträgen und gemeinsamen Lektüren fortbilden. Dem voraus gegangen war einige Monate vorher die Gründung eines Mädchenvereins – auch hier mit dem Ziel, jungen Mädchen nach der Schule Gemeinschaft und eine berufliche Perspektive zu bieten. Ebenso 1846 gründete Breuer die »Näh- und Strickschule für arme Mädchen«, warb für Spenden und bemühte sich um die Vermittlung der jungen Frauen in »gute Stellungen«. Grundlage seines Einsatzes für Bildung und Integration in den Arbeitsmarkt war Breuer ein christliches Menschenbild.

Aktuell

Breuer würde sich für junge Menschen in prekären Lebensverhältnissen kümmern, deren Teilhabe an Bildung gefährdet ist. Bildungspolitisch würde er sich für Lerngerechtigkeit einsetzen, die Herausforderungen der Digitalisierung konstruktiv annehmen und aktiv dafür Sorge tragen, dass jeder Schüler und jede Schülerin über ein mobiles Endgerät verfügt. In Gemeinde und auf Stadtebene würde Breuer sich mit unterschiedlichen Akteuren vernetzen, um außerschulische Lernorte und -projekte zu initiieren und junge Menschen in ihrer Lernbiographie zu begleiten. Er würde die jungen Menschen ermutigen, sich selbst gemeinsam zu organisieren.