Breuer - der Visionär

Wenn wir Johann Gregor Breuer als Visionär würdigen, bedienen wir uns des heutigen Sprachgebrauchs. Breuer hat sich nie als solcher bezeichnet. Breuer verstand sich einfach als Christ, der, wie jeder Christ es tun sollte, gute Gedanken, besonders die „von Gott erweckten“, in die Tat umsetzte. Breuer war ein Initiator und Verwirklicher, ein genialer Praktiker des Sozialen.

Nach den Grundsätzen des praktischen sozialen Handeln Breuers können Menschen viel erreichen und sinnstiftend wie nachhaltig wirken, wenn sie sich zusammenschließen. „Fange kein Werk an ohne Mitstreiter zu suchen. Sobald Du einige wenige hast, fang an. Vertrau auf Gott, dich selbst und das Potenzial einer guten, lebensförderlichen Idee.“ Diese Maximen scheinen aus seinem aktiven Leben durch. Bezeichnend, dass schon der 14 Jahre alte Johann Gregor, selbst in bescheidenen Verhältnissen lebend, mit ein, zwei Freunden einen Verein zur Hilfe für kranke Arme gründete!

Aktuell

Der Verein war für Breuer (wie für viele Zeitgenossen) die Gemeinschaftsform und das soziale Instrument, um in der Gesellschaft und der Kirche (konkret der großen Pfarrgemeinde St. Laurentius in Elberfeld) gemeinsam Ziele zu verwirklichen. Diese waren Antworten auf die sozialen Probleme seiner Zeit und die Veränderungen in Gesellschaft und Kirche. In den Vereinen entstanden neue Formen der Glaubensgemeinschaft wie Glaubensvermittlung sowie der Mitwirkung am kirchlichen Leben. In der Praxis wurden so die Prinzipien erprobt und verwirklicht, die später theoretisch die katholische Soziallehre vor allem als Solidarität und Personalität formulierte. Sie gehören auch heute nicht in das Reich der Utopie, sondern sind Elemente der Vision einer modernen Gesellschaft, die vom christlichen Menschenbild inspiriert ist.